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Warum Gebetszeiten zwischen Apps und Moschee abweichen

Wenn deine App und deine Moschee sich uneinig sind, ist das fast nie ein Fehler. Es ist eine Einstellung.

Fajr und Isha hängen von einem gewählten Winkel ab

Dhuhr, Asr und Maghrib sind so an den Sonnenstand gebunden, dass wenig Spielraum bleibt. Fajr und Isha sind anders: Sie hängen davon ab, wie tief die Sonne bei erstem und letztem Licht unter dem Horizont steht — und verschiedene Autoritäten haben dafür verschiedene Winkel festgelegt.

Die Islamische Weltliga nutzt 18° für Fajr und 17° für Isha. Die in Nordamerika verbreitete ISNA nutzt 15° für beide, wodurch Fajr später und Isha früher liegt. Umm al-Qura in Mekka macht es noch einmal anders und setzt Isha auf feste 90 Minuten nach Maghrib, ganz ohne Winkel. Nichts davon ist falsch — es sind unterschiedliche Konventionen, und zehn Minuten Abstand zwischen zwei Zeitplänen bedeuten meist nicht mehr als das.

Praktisch heißt das: Stell die App auf das, was deine Moschee verwendet, und hör auf zu vergleichen.

Asr ist das Gebet, das stark wandert

Wenn alle Gebete nahe beieinanderliegen, nur Asr fast eine Stunde daneben, liegt es an der Madhab-Einstellung, nicht an der Berechnungsmethode.

Die hanafitische Schule setzt Asr an, wenn der Schatten eines Objekts das Doppelte seiner Mittagslänge erreicht; die schafiitische, malikitische und hanbalitische Position nimmt das Einfache. Der Unterschied ist groß und auf beiden Seiten beabsichtigt. Jede brauchbare App lässt dich wählen, und die falsche Wahl ist der häufigste Grund, aus dem jemand die Zeiten für kaputt hält.

Nördliche Breiten sprengen die Rechnung im Sommer

Oberhalb von etwa 48° Nord gibt es Sommerwochen, in denen die Sonne nie tief genug sinkt, als dass ein echtes astronomisches Fajr oder Isha überhaupt einträte. Stockholm trifft das jedes Jahr, Berlin und Manchester in geringerem Maß.

Dafür gibt es keine Berechnung, nur Konventionen für den Ersatz — den letzten gültigen Winkel halten, die Nacht in Anteile teilen, oder der nächstgelegenen Stadt folgen, in der der Winkel noch auftritt. Für hohe Breiten entworfene Methoden wie die des Moonsighting Committee kommen damit besser zurecht als die Standardverfahren. Wenn deine Sommerzeiten so weit nördlich seltsam aussehen, ist das der Grund.